1900 bis 1918

Im Jahr 1901 wurden die Feierlichkeiten zum Anlaß des 200 Jährigen bestehen des Regimentes (nach der Auflösung und Teilung) in ENNS von 22. bis 24. und 27. Juni in WYKOVZE abgehalten bei denen auch der Regimentsinhaber Albrecht Prinz von HESSEN und bei RHEIN leider nicht teilnehmen konnte. Die Anregung zu diesem Jubiläumsfest und die Errichtung eines Reiterdenkmals, gab im Jahr 1899 der Regimentskommandant seine kaiserlich königliche Hoheit, Oberst Erzherzog Franz Salvaror v. ÖSTERREICH- TOSKANA.

Seine kaiserliche und königliche Hoheit Erzherzog Franz Salvator, Oberst und Regimentskommandant 1898 - 1902

Seine kaiserliche und königliche Hoheit Erzherzog Franz Salvator, Oberst und Regimentskommandant 1898 – 1902

Die Hauptfeierlichkeiten fanden in der gedeckten Reitschule in ENNS statt. Heute wird dieses wunderbare Objekt Denkmalgeschützt und leider nicht mehr als Reithalle sondern als Einkaufszentrum genutzt.

Festeinladung

Festeinladung

Das Musikkorps des 4. Kaiserjägerregiments wurde für die ersten Veranstaltungstage bereitgestellt. Am 21. trafen bereits die Ehrengäste und ehemaligen Regimentsangehörigen ein, zu ihrem Empfang stand ab Mittag bereits ein Empfangskomitee am Bahnhof. Die rührendsten Szenen gaben die ehemaligen Kürassiere mit ihren Regimentskammeraden mit der Ehre und Treue genau so wie leid das sie verband. Eines seiner ältesten Regimentsmitglieder, Seine kaiserliche und königliche Hoheit Erzherzog Rainer konnte leider die Feierlichkeiten nicht besuchen (er kam im März 1852 in dieses Regiment), ebenso wie der plötzlich erkrankte Erzherzog Eugen, General der Kavallerie am kommen gehindert wurde.

Erzherzog Rainer kam im März 1852 als zweiter Oberst in das Regiment, seine Gemahlin stiftete ein Standartenband.

SkkH Erzherzog Rainer kam im März 1852 als zweiter Oberst in das Regiment, seine Gemahlin stiftete ein Standartenband.

Unter den anwesenden Gästen befanden sich, Seine kaiserliche Hoheit Feldmarschalleutnant Erzherzog Otto, Herr Erzherzog Josef August nebst Gemahlin Frau Erzherzogin Augusta, seine kaiserliche und königliche Hoheit Frau Alice, Großherzogin von Toskana nebst Töchter Margarete und Germana. Seine königliche Hoheit Ernst August von CUMBERLAND mit zwei Söhnen und zwei Töchtern. Weiters seine Hoheit, Feldmarschalleutnant Prinz Philipp von SACHSEN- COBURG- GOTHA, Feldmarschalleutnant Prinz Rudolf von LICHTENSTEIN (erster Obersthofmeister Seiner Majestät Kaiser Franz Josef Carl I.), Graf Karl AUERSPERG, Feldmarschalleutnant Freiherr von JOELSON. Die Generalmajore Emil RIEGER und Alfred REMIZ, ebenso eine Reihe von höchsten Diensträngen im Ruhestand und viele Personen des politischen Bereiches wie Landeshauptleute Statthalter oder Bürgermeister. Sie wurden alle für die Festtage in verschiedensten Schlößern und Shalees untergebracht.

Abschiedsgeschenk der Stadt BRÜNN als das Regiment 1987 die Garnison verlies.

Abschiedsgeschenk der Stadt BRÜNN als das Regiment 1987 die Garnison verlies.

Am 21. wurden sie vom  Regimentskommandanten seine kaiserlich königliche Hoheit, Oberst Erzherzog Franz Salvaror v. ÖSTERREICH- TOSKANA und seiner Gemahlin der Erzherzogin Marie Valerie, Tochter des Kaisers im Schloß Ennsegg zum Souper geladen. Ab 9 Uhr Abends gab es in den Kasinolokalitäten eine gesellige Zusammenkunft zu der von den Offizieren die alten Regimentskameraden geladen wurden. Diese begann mit einem militärischem Retraite mit Fackel- und Lampionszug bei welchem sich ca. 500 Personen unter musikalischer Begleitung der Kaiserjägermusik, beteiligten. Dies geschah in der herausgeputzten, festlichst geschmückten und beleuchteten Stadt ENNS unter den Augen der Stadtbevölkerung und der Zivilbevölkerung aus dem Umland.

Der Regimentskommandant mitseiner Gattin Erzherzogin Marie Valerie und sieben von zehn Kindern um 1904.

Der Regimentskommandant mit seiner Gattin Erzherzogin Marie Valerie und ihren sieben von zehn Kindern um 1903.

Der ersten Jubiläumstag, 22. Juni. Dieser Tag war gegenüber den letzten ein schöner und sonniger und der Festgottesdienst wurde am Enghagener Exerzierplatz abgehalten. Im Kapellenzelt waren beiderseits des Altares Unteroffiziere mit den Standarten, jene von 1848 – 1866, welche 1852 geweiht wurde und deren Fahnenpatin Erzherzogin Marie war, die Gemahlin des Oberst und Kommandanten (von 1852 bis 1857) des damaligen Kürassierregiment No. 6, Erzherzog Rainer. Sie stiftete ein schwarzes Band mit goldenen Einstickungen und der Aufschrift „Folget ihr zum Sieg“, diese wurde beim Gefecht bei VYSOKOW am 27. Juni 1866 von der dort kämpfenden 3. Eskadron mitgeführt und wurde dem Regiment auf immerwährende Zeiten übergeben. Die zweite Standarte war jene blaue aus der Zeit des Prinzen Eugen, die in einer Kirche in Kärnten an der Begräbnisstätte des damaligen Inhabers MIGLIO aufgefunden und für diesen Tag zur Verfügung gestellt  wurde. In weiterer Folge übergab man sie dem Heeresgeschichtlichen Museum wo sie deponiert wurde. Die Angehörigen des Regimentes nahmen unter dem persönlichen Kommando von Seiner kaiserlichen Hoheit, Erzherzog Franz Salvator, in Masse Aufstellung. Der zu Pferd erschienene Feldmarschalleutnant, Erzherzog Otto nahm dabei die Parade ab. Danach zelebrierte der kaiserliche und königliche apostolische Feldvikar Bischof Dr. BELOPOTOCZKY gemeinsam mit dem Ennser Pfarrgeistlichen, dem Linzer Militärkuraten und dem Chorherrn des Stiftes St. Florian die Messe.

Ehrengaben der Stadt BRÜNN zu zweihundertjährigen Regimentsjubiläum.

Ehrengaben der Stadt BRÜNN zu zweihundertjährigen Regimentsjubiläum.

Nach dieser hielt Der Regimentskommandant Erzherzog Franz Salvator eine weithin hörbare Ansprache die mit den Regimentswurzeln, den altbewährten PAPPENHEIM- Kürassieren begann, auch bei den folgenden Regimentsinhabern wurde immer und bei jeder Gelegenheit bekräftigt als echte Reitersleute mit Tapferkeit und Treue für Kaiser Reich und Vaterland das Schwert führten. Diese Ansprache wurde von ihm sodann auch in der böhmischen Sprache wiederholt. Den Abschluß bildete auf deutsch: „Und nun rufet mit mir : Unserem allerhöchsten Kriegsherrn Seiner Majestät dem Kaiser und König Hoch!“ danach wurde von der Kaiserjägermusik die Volkshymne intoniert. Unter den Klängen des Regiments-, dann des Prinz Eugen- Marsches nahm Seine kaiserliche Hoheit Erzherzog Otto begann die Vorführung. Begonnen wurde da Defilee mit entwickelten drei Eskadronen in Eskadronsfronten im Trab und danach drei Eskadronen in Zugskolonnen im Galopp. Im Anschluß wurden die Fest- und Ehrengäste in den Feierlichen Festsaale, der Reithalle, geladen wo den kaiserlichen und königlichen Hoheiten Erzherzog Otto und Josef August für ihr Erscheinen gedankt wurde und dann wurden die Gäste alle kameradschaftlich begrüßt. Bei dieser Gelegenheit wurde vom Vertreter der Landeshauptstadt BRÜNN ein von der Bevölkerung gespendetes, kunstvoll gearbeitetes Ehrengeschenk an das Regiment übergeben.

Laß ruhen, o edler Fürst, nun eine weil´dein Auge auf den Reitern, die dich ja selbst von Kaisers Gnaden Vater nennt, es sind nicht Traumgestalten- es sind wirklich Krieger, wie sie gekämpft für Kaiser und für Reich, Erlaub, dass ich aus längst entschwundenen Tagen vor dich trete; doch nicht des Ritters Leid will ich dir Klagen, es kann nur helle Freude mein Gemüth bewegen, wenn ich es meinen Brüdern sagen darf: "Die Ritterzeit - die ist vorbei- der Rittergeist - der ist geblieben".

Laß ruhen, o edler Fürst, nun eine weil´dein Auge auf den Reitern, die dich ja selbst von Kaisers Gnaden Vater nennt, es sind nicht Traumgestalten- es sind wirklich Krieger, wie sie gekämpft für Kaiser und für Reich, Erlaub, dass ich aus längst entschwundenen Tagen vor dich trete; doch nicht des Ritters Leid will ich dir Klagen, es kann nur helle Freude mein Gemüth bewegen, wenn ich es meinen Brüdern sagen darf: „Die Ritterzeit – die ist vorbei- der Rittergeist – der ist geblieben“.

Um 1200 Uhr fand im Schloß Ennsegg eine Familienfier mit einigen weitren geladenen Gästen statt. Die Ehemaligen Regimentsmitglieder, etwa 120, sowie die restlichen Ehrengäste nahmen in der gedeckten Reithalle das Dejeuner ein. Huldigungstelegramme wurden an folgende Personen abgesandt: seine kaiserliche und königliche Hoheit Franz Josef Carl I., Erzherzog Rainer,  Oberstinhaber Albrecht Prinz von HESSEN und bei RHEIN. Von letzterem wurde ein Schreiben in dem er dem Regiment, Dank, ausgesprochen sowie über die Ruhmreiche Vergangenheit berichtet mit den besten Glückwünschen vorgelesen. Auch wurde von SkkH Erzherzog Franz Salvator ein Jubiläumsregimentsbefehl, in dem über das zweihundertjährige bestehen und seinen verlauf, herausgegeben und den anwesenden vorgelesen. Die folgenden Bilder wurden dem Jubiläumsbildband „Dragoner- Regiment Albrecht Prinz von Preußen Nr 6, 1701 – 1901“ entnommen, sie liegen teilweise in Originalfotos vor.

Der Regientskommandant mit Suite.

Der Regimentskommandant als PICCOLOMINI mit Suite vor dem Kommandogebäude.

Um 3 Uhr Nachmittag begann unter einer unüberblickbaren Menschenmenge das unter viel Arbeit zusammengestellte historische Festspiel. Dies sollte den Zusehern einen Überblick über die Entwicklung des Regimentes von Pappenheim und dem 30jährigen Krieg bis zum Heute (1901) vermitteln. Dies geschah in nachgeschneiderten Uniformen und zum Teil originalen Rüst- und Bewaffnungsgegenständen. Zuerst wurden Die Gruppen einzeln vorgestellt und zeigten Kurzvorführungen ihrer Epoche von ca. 7-10 Minuten Dauer und das für jede Gruppe mit einem Vorbeiritt an der Ehrentribüne endete und sie Warteräume am Rande des Übungsplatzes bezogen. Dieses Schauspiel wurde am Trainingsplatz der Kaiser Franz Josef Kaserne statt welcher einen durch eine schattige Kastanienallee für dieses besonders eignete. Eine Tribüne für die Ehrengäste und Ehemalgen, in deren Mitte sich die Hofloge befand bildete den Rand der zweiten Seite. Als schmuck waren nur Fahnenmasten. Eine in ENNS noch nie in dieser Menge auftretende Menschenmenge, von LINZ her sogar mit Sonderzügen geführt, bevölkerte die geschmückte Stadt und nahm seinen Zug zum Festplatz.

Spielleute verschiedener Jahrhunderte mit Fanfaren und Pauken

Spielleute verschiedener Jahrhunderte mit Fanfaren und Pauken, links die gedeckte Reithalle.

Mit Fanfarenklängen und Paukenschlägen der Spielleute verschiedener Jahrhunderte wurde die Aufmerksamkeit aller erreicht so dass „Oktavio PCCOLOMINI“ den Einzug beginnen konnte.

Von links Oblt O´DONELL, Rittm BUFFA, Erzherzog Franz Salvator, Lt FRANZ.

Von links Oblt O´DONELL, Rittm BUFFA, Erzherzog Franz Salvator, Lt FRANZ in der Uniformierung um 1650.

In der 1. Gruppe wurden die Eisenreiter des 30jährigen Krieges bis ca. 1650, unter Oktavio PICCOLOMINI dargestellt. Während den einzelnen Vorführungen spielte die Musik des 4. Kaiserjägerregimentes Musikstücke aus der dementsprechenden Zeit. Nach den Vorführungen nahmen alle Gruppen hinter der Suite Aufstellung und warteten die Vorführungen ab.

Defilierung dr PICCOLOMINI- Kürassiere im Galopp.

Defilirung der PICCOLOMINI- Kürassiere im Galopp (zur Zeit des 30jährigen Krieges).

Die 2. Gruppe bildete jene Zeit in der das Regiment seine Neugründung 1701 erfuhr die HESSEN- DARMSTADT- Kürassiere, diese Uniformierung fällt in die Zeit Prinz Eugens und die Türkenkriege.

Kürassiere von 1701 mit ihren Offizieren.

Kürassiere von 1701 mit ihren Offizieren (Zeit der Neugründung).

Die Zeit „Kaiserin“ Maria Theresias, die SCHMERZING Kürassiere um 1750 bildeten die 3. Gruppe.

Die SCHMERZING- Kürassiere um 1750 (Zeit Maria Theresia).

Die SCHMERZING- Kürassiere um 1750 (Zeit Maria Theresia).

Die Franzosenkriege 1809 wurden in der 4. Gruppe durch die LICHTENSTIN- Kürassiere dargestellt, die Zeit der Schlachten bei ASPARN und WAGRAN.

Die LICHTENSTEIN- Kürassiere 1809 kehren von einer Attaque mit einer eroberten französischen Fahne zurück.

Die LICHTENSTEIN- Kürassiere um 1809 kehren von einer Attaque mit einer eroberten französischen Fahne zurück.

Die 5. Gruppe stellte jene Zeit dar in der der Kaiser Franz Josef Carl I. seine Regierungsgeschäfte übernahm, die Zeit der WALLMODEN- Kürassiere um 1848.

Die Kürassiere zur Zeit der Regierungsübernahme Kaiser Franz Josef Carl I. noch mit den gelb- schwarzen Wollkennungen am Helmkamm.

Die Kürassiere zur Zeit der Regierungsübernahme Kaiser Franz Josef Carl I. noch mit den gelb- schwarzen Wollkennungen am Helmkamm.

Die 6. Gruppe stellte die letzte Kürassierzeit dar Die HESSEN- Kürassiere um 1866. Zu dieser Zeit wurde in der Schlacht bei WYSOKOV auch jene Waffentat vollbracht der der Traditionstag des Regimentes zu Grunde liegt und dem die Überlassung jener Standarte welche am Schlachtfeld anwesend war begründet. Die letzet Kürassiergruppe deswegen, da danach 1867 die Umwandlung der Kürassiere in Dragoner stattfand.

Kürassiere zur Zeit des Gefechtes bei WYSOKOV, bereits mit jenen Helmen die bis in den ersten Weltkrieg getragen wurden.

Kürassiere zur Zeit des Gefechtes bei VYSOKOW, bereits mit jenen Helmen die bis in den ersten Weltkrieg getragen wurden, (noch vor der Umwandlung zu Dragonern).

Als letzte Gruppe, dem damaligen Heute, waren die ALBRECHT PRINZ VON PREUßEN- Dragoner 1901. In stattlicher Anzahl und in vollständiger feldmäßig in Marschadjustierung demonstrierten sie die moderne Kavallerie.

Die Dragoner zur Zeit der 200jährigen Festlichkeiten.

Die Dragoner zur Zeit der zweihundertjährigen Festlichkeiten.

Geleitet wurde jede zwischen 24 – 26 Mann starke Gruppe von einem Offizier, nebst Offiziersgehilfen, der natürlich als Kommandant fungierte und für die Uniformierung, Rüstung und Bewaffnung, die Art und Rüstung der Pferde, sowie für die Zeitentsprechende Exerzierung verantwortlich war. Diese Exerzitien wurden teilweise im Trab oder im Galopp durchgeführt. Die Eisenrüstungen der Zeit PICCOLOMINIs wurden dem kaiserlich königlichen Hoftheater, die schweren Eisenrüstungen der Zeit des Prinzen Eugens aus dem Museum der Stadt WIEN entliehen. Die Originaluniformen der „Franzosen“ wurden aus dem Besitz des Malers HOLLITZER zur Verfügung gestellt. wurden  Die k. k. Hofbibliothek stellte aus ihren Archiven eine Unzahl an Instruktionen und Reglements für die Erarbeitung der einzelnen Exerzitien zur Verfügung. Um die Epochen besser darzustellen wurden diese aus der Privatsammlung historischer Märsche, von SkkH Erzherzog Eugen höchstpersönlich zur Verfügung gestellt. Weitere Gruppendeteils gab es in einem extra aufgelegten und sehr schnell vergriffenen Programm dieses Nachmittages. Der Regimentskommandant SkkH Erzherzog Franz Salvator beteiligte sich selbstverständlich auch an diesem Festspiel, in der Form der Darstellung „Oktavio PICCOLOMINIs“.

Erzherzog Franz Salvator als Okravio PICCOLOMINI um 1650.

Erzherzog Franz Salvator als Okravio PICCOLOMINI um 1650.

Den Ausmarsch in Form einer zweifachen Parade führte selbstverständlich SkkH Erzherzog Franz Salvator als Oktavio PICCOLOMINI an. Zuerst defilierten die Gruppen im Trab, in kurzen Abständen vorbei, danach in längeren Abständen im Galopp. Wobei die PICCOLOMINISCHEN Reiter ihre Lanzen senkten, die anderen ihre Pallasche oder Säbel zogen und Hüte durch die Luft wirbelten. Dies geschah unter den Klängen der Volkshymne mit „Vivat“, „Hoch“ und „Hurra“ Rufen der Teilnehmer und der Zuseher.

Ein Bankett der alten Sechser- Kürassiere und Dragoner fand um 7 Uhr Abends im Festsaal der Franz Josef Kaserne statt. Hiebei konnten auf Grund der übergroßen Anzahl nur jene die vor dem Feinde Standen und von jenen die nur gedient hatten alle vom Zugsführer aufwärts geladen werden. Ebenfalls anwesend war SkkH Erzherzog Franz Salvator mit seinen Stabsoffizieren und einigen zivilen Gästen. Der Älteste Unteroffizier hielt im Namen aller Anwesenden eine warmfühlende Ansprache bei der er sich für die Einladung bedankte und die Verbundenheit mit dem Regiment bekräftigte. Unter den Gästen befanden sich auch von den damals, 1866 vor dem Feinde dienenden: Büchsenmacher MÜLLER franz mit 52 Dienstjahren, 72 Jahre alt und Wachtmeister GRILLOWITZER Josef mit 49 Dienstjahren im Alter von 70 Jahren. An jedem Ausganges standen je paarweise historisch Uniformierte aus jeder Epoche die einen imposanten Anblick boten. Der Saal erschien im elektrischen Licht und eine Tafel in Hufeisenform für 152 Personen war reich gedeckt und dekoriert, die Kaiserjägermusik intonierte vielerlei Musikstücke.

Die Heute unter Denkmalschutz stehende Reithalle mit eingelegtem Boden für eine Festlichket.

Die Heute unter Denkmalschutz stehende Reithalle, mit eingelegtem Boden für eine Festlichkeit.

Beim 3. Gang erhob sich SkkH Erzherzog Otto und sprach einen Tost auf den Kaiser aus worauf die Volkshymne erklang. Danach erhob sich der Regimentskommandant und sprach ein Hoch auf den Regimentsinhaber Seine königliche Hoheit Albrecht Prinz von Preußen aus, worauf die preußische Hymne erklang.

 

 

Hier wird der Text gerade erweitert.

Als letzter Teil der Feierlichkeiten fand die Einweihung und Enthüllung des Reiterdenkmals von WYSOKOV statt. Dies fand am 27. Juni, unter Anwesenheit von 92 Offizieren, 62 Unteroffizieren und 50 Mann der Dragonerregimenter Nr. 4 und unserem.  Bei einem Vorgefecht der Schlacht von Königgrätz am 3. Juli 1866 kam es zu dieser Begegnung. Das damalige Kürassierregiment Nr. 4 kam bei diesem Gefecht durch das zusätzliche auftreten des 8. Preußische Dragonerregiment stark in Bedrängniß und somit drohte eine Umgehung der Hauptarmee. Die verstärkte 3. Eskadron des Kürassierregiment Nr. 6 (unseres) fiel über die zahlenmäßig weit überlegenen 8er Dragoner ein und zwang sie zum Abbruch ihres Vorgehens Richtung dem Kürassierregiment 4 bevor sie dieses erreichten und ermöglichte ihm somit die Abschalgung dieser Umgehung und gemeinsam konnte die Erfüllung des Gesamtauftrages durchgeführt werden.

Das Reiterdenkmal bei VYSOKOW

Das Reiterdenkmal bei VYSOKOW

 

Nach dessen Tot Albrecht Prinz von Preußens, am 13. September 1906 wurde das Regiment nicht sofort wieder vergeben und war somit verweist. Erst am 6. Mai 1908, wurde die Regimentsinhaberschaft an Friedrich Franz IV. Großherzog von Mecklenburg- Schwerin verliehen. Dies geschah während eines Empfanges anlässlich der Feierlichkeiten zum sechzigjährigem Regierungsjubiläum Kaiser Franz Josef I..

Ende Oktober 1918 waren die Kriegswirren überall so groß dass alle Fronten zusammen-brachen. Nach Ende des 1. Weltkrieges am 3. November 1918 wurde das Dragonerregi-ment No. 6 (ohne 1. Eskadron) in Südtirol festgesetzt und in die Gefangenschaft, nach Trient gebracht, wo die Auflösung des Regimentes erfolgte.

WIDL Peter, Major der Kavallerie

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