1701 bis 1800

Regimentsinformationen 1701 mit Funktionsgegenüberstellungen zu 1910

Der Gesamtstand wurde beim „KARLOWITZER Frieden“ mit 900 Mann normiert.
(der Friedensschluß war eine Folge des „Karlowitzer Kongesses“ vom 13. November 1698 bis 26. Jänner 1699″ zwischen Österreich und den Türken)

Die wichtigste Person im Regimente war der Regimentsinhaber und gleichzeitig Regimentskommandant, Der „Obrist“, er war mit vielerlei begünstigungen und Privilegien ausgestattet, diese wurden auch Inhaberrechte genannt. Diese umfassten z.B. die erstellung von Exerziervorschriften sowie einen Großteil der Adjustierungsdetails für dieses Regiment, Beförderungen in allen Dienstgraden,  Heiratsbewilligungen und uneingeschränkte Administrationsrechte um nur einige zu nennen.

Die Kürassiere genossen seit alter Zeit das Recht (aus der Zeit Kaiser Maximilians), dass die Gerichtbarkeit mit Strafrecht und Begnadigungsrecht beim Höchstkommandierenden im Felde oder der obersten Militärbehörde, dem Hofkriegsrste lag und nicht beim Regimentsinhaber.

In dessen Verhinderung durch eine Höhere Funktionseinteilung oder sonstige Abwesenheit führte sein Stellvertreter der „Obristleutnant“. Beiden zur Seite stand der „Obristwachtmeister“ als dritter Stabsoffizier und verantwortlicher für den gesammten Dienstbetrieb und die Ausbildung gemäß vorhandenen Regimentsvorschriften. Ihnen zur Seite standen der „Quartiermeistere“ (Rechnungsoffizier), der „Audiror“ für die Gerichtspflege und die Führung der Regimentsgeschichte. Das Regiment bildete eine eigene Pfarre die vom „Feldpfarrer“ geführt wurde. Der „Adjutant“ hies damals Wachtmeisterleutnant, er war der älteste Wachtmeister im Regiment, dies wurde erst im Jahr 1803 geändert. Der „Proviantmeister“ (Wirtschaftsoffizier), der „Wagenmeister“ für den Train und oftmals auch als Marketender des Stabes sowie der „Regimentsfeldscher“ als Regimentsarzt.

Die Kürassiere hatten gegenüber anderen Kavallerieeinheiten das Recht pauken zu führen, somit gab es den „Heerpauker“ (Regimentstrompeter), Profors als Scharfrichter mit seinen Gehilfen (Steckenknechte) als Stockhausverwalter (Arest), diese waren auch für die Ordnung und Reinlichkeit im Lager zuständig.

Jerder Kompagie (Eskadron) stand ein „Rittmeister“ als Kommandant vor. Er fungierte auch als Kompanieinhaber und zog seine Vorteile aus dieser Kompanieverwaltung, sie wurde somit auch als „Rittmeister XY Kompanie“ genannt. Ihm zur Seite standen der „Leutnant“ und der „Kadett“. Dieser war für die Führung der Standarte zuständig und hatte diese mit seinem Leben zu verteidigen. Die Standarte der Leibkompanie hatte zumeist einen weißen Grund und eine Mutter Gottes auf einer oder sogar beiden Seiten. Andere Kompaniestandarten waren weiß oder gelb und hatten auf einer Setie den Doppeladler und auf der anderen entweder ein Inhaberwappen oser einen Leitspruch.

Als sonstiges Kompaniekader waren ein „Wachtmeister“, ein „Fourier“ (zuständig für das Futter), ein „Musterschreiber“, ein „Feldscher“, ein oder zwei „Trompeter“, drei „Korporale“, ein „Sattler“, ein „Schmied“ (für Pferde), ein „Küraßschmied“ (Plattner) und letztendlich 70- 80 „Gemeine“, auch oftmals als „Einpännige“ genannt.

Der spanische Erbfolgekrieg bewirkte die Auflösung des verwaisten caprarschen Regimentes und der folgenden Gründung zweier neuer Kürassierregimenter „HESSEN- DARMSTADT“ und „MONTECUCCOLI“ aus den vorhandenen Soldaten mit der Neuwerbung der fehlenden Mannschaftshälfte.

Unseres, das NEUE Regiment war jenes von „HESSEN- DARMSTADT“ das mit Errichtungspatent vom 10. Mai 1701 aus der ersten Regimentshälfte des aufgelösten entstand.

Hessen- Darmstatt Kürassier 1701

Hessen- Darmstatt Kürassier 1701

Der Regimentsgründer von 1701 und Inhaber Landgraf Philipp zu Hessen – Darmstadt, Fürst zu Hirschfeld, Graf zu Katzen – Ellenbogen, Dietz, Ziegenhain und Nidda – Schaumburg. Er wurde am 20. Juli 1671 in DARMSTADT geboren als Sohn des Landgrafen Ludwig VI. von Hessen-Darmstadt (1630–1678) aus dessen Ehe mit Elisabeth Dorothea von Sachsen-Gotha-Altenburg (1640–1709), Tochter von Ernst I. von Sachsen-Gotha-Altenburg. Philipp war ein Prinz von Hessen-Darmstadt und zu diesem Zeitpunkt kaiserlicher Feldmarschall und Gouverneur von Mantua. Philipp heiratete am 24. März 1693 in Brüssel Prinzessin Marie Therese von Croÿ (1673–1714), Tochter des Ferdinand François Joseph, Herzog von Havré. Aus Anlass seiner Eheschließung war er unter heftigem Protest seiner Mutter zum Katholizismus konvertiert. Philipp diente in kaiserlichen Diensten im Spanischen Erbfolgekrieg und wurde 1708 Feldmarschall und Oberbefehlshaber der kaiserlichen Truppen in Neapel. Seit 1714 war er, auf Vermittlung des Prinz Eugen, Gouverneur des Herzogtums und der Festung Mantua. Dort ernannte er Antonio Vivaldi zum Kapellmeister. Aus seiner Ehe hatte Philipp folgende Kinder: Joseph (1699−1768), Bischof von Augsburg, Wilhelm Ludwig (* 1704, † jung) und Theodora (1706−1784).

Philipp von HESSEN - DARMSTADT

Philipp von HESSEN – DARMSTADT

Das Regiment, auch „Jung – DARMSTADT“ genannt, da es noch ein anderes das „Alt DARMSTADT“ gab, wurde bereits ende Februar 1702 in der Stärke von 878 Mann und 625 Pferden von den Quartieren im NEUTRAER KOMBINAT über BÖHMEN zur „Reichsarmee“ an den Rhein ab und Rückte dort, im Verbande des Markgrafen von Baden über die Marschlinie PILSEN, OBERPFALZ, FRANKEN, SCHWABEN und PHILIPPSBURG am 5. Juli bei LANDAU ein. Den ersten militärischen Einsatz gab es somit bei der Belagerung der Festung LANDAU wobei es bei der Abwehr des Ausfalles am 23. Juli mitwirkte.

Das erst vor gut einem Jahr aufgestellte Regiment hatte die Ehre am 28. Juli vom Römischen König Erzherzog Josef besichtigt zu werden.

Anfang September ging das Regiment zur Verstärkung der Sicherungstruppen gegen die VOGESEN bei KRON- WEIßENBURG ab. Es wirkte in weiterer Folge am Feldzug 1703 mit, wobei es in der Stärke von rund 800 Mann im den Gefechten an der VILS am 28. März, von der ganzen reanzösischen Division des General „ARCO“ angegriffen wurde. nach einem längeren Gefecht in einem Hinterhalt und ohne Unterstützung der Hauptarmee und da die Bayern im Begriffe waren verstärkung zu bekommen, mußte das Regiment den Rückzug antreten.

Im Mai (genaues Datum mir nicht bekannt) beim Überfall auf Ulm, am 31. Mai bei MUNDERKINGEN unter Graf LATOUR wurde dort in schwieriger Lage mit dem Verlust eines Leutnants, zwei Kornetts, fünf Korporälen und dreiundvierzig Reitern ruhmreich gefochten. Am 21 August wurde vom Lager bei HAUNSHEIM über BLAUBEUERN, MEMMINGEN, MINDELHEIM marschiert und am 9. September bei AUGSBURG eine verschanzte Stellung bezogen. Nach folgenden taktischen Hin- und Hermärschen rückte das Regiment am 1. Dezember in das Winterquartier ab.

Im Feldzug 1704 stand das Regiment bereits im April mit 921 Mann und 729 Pferden in den sogenannten „STOCKACHER Linien“ zwischen dem Bodensee und FRIEDLINGEN in den Verschanzungen. Am 18. Mai Standen sie bei KOBLENZ, am 3. Juni bei LADENBURG am NECKAR, am 22. Juni bei BLAUBEUERN, am 2. Juli das Treffen bei DONAUWÖRTH, am 12. August die Verienigung mit der Armee Prinz EUGENNs, und am 13. August die Schlacht bei HÖCHSTADT. Bei dieser Schlacht stürzte das Ross EUGENs der sich mitten im Gefechtsgetümmel aufhielt und es bestand die Gefahr einer Gefangennahme dessen. Einer unsere Reiter befreiten ihn aus dieser misslichen Lage und er konne die Reitertruppen weiter gegen die Flanke der Truppen, Kürfürst Max Emanuel führen so dass diese weichen mussten. Dieser glänzende Sieg wurde gesammt durch die Gefangennahme des Stützpunktes bei BLENHEIM, ein gesammtes Korps mit 24 Bataillonen (Infanterie) und 12 Eskadronen, durch die Aliierten gekrönt.  Im gesamten gerieten über 10.000 Mann in Gefangenschaft und es wurden 117 Kanonen, 28 Mörser und über 300 Fahnen und Standarten sowie 3.000 Zelte, 5.300 beladene Wagen, der gesamte Pontontrain und die ganze Kriegs- und Operationskanzlei erbeutet.

Ende August erneut in der Belagerung von ULM, und in der Folge zur Sicherung des schwäbischen Kerises gegen die bayrischen Truppen in diesem Bereich wovon es ende November in die Winterquartiere in das eroberte Bayern aufbrachu und von dort noch im Dezember zur Kartonierung nach Ungarn abrücken mußte.

In Ungarn wurde machte der Umstand dass die durch die Türkenkriege wiedereroberten Gebiete Sorgen bereiteten. Die Bevorzugung der Deutschsprachigen und Katholiken bewirkten eine Verletzung in der Kombinatsverwaltung und somit zu Unruhen und in weiterer Folge zu Aufständen die teilweise durch die schlechtbezahlten, im Land stationierten Truppen unterstützt wurden. Diese Aufstände wurden im Volksmund auch die Kurutzenaufatände genannt und sollten durch massive Armeeverstärkung im Lande niedergeschlagen werden. So sollte das Regiment Jung- Darmstadt- Kürassiere von Bayern, ab erreichen der Donau per Schiff weitergeführt werden. Der massive Schiffsmangel und die Weigerung der Schiffer bewirkten den Weitermarsch entlang der Donau über Oberösterreich und Niederösterreich nach Ungarn geführt wo es Ende Februar 1705 eintraf.

In Niederösterreich wurde das Pferdeschwache Regiment durch ca. 400 durch die Stände aufgebrachte Pferde verstärkt und in weiterer Folge in Ungarn bei einem ortsansässigem Regiment in Garnison kam um weitere Ergänzungen diesbezüglich durzuführen. In diesem Kombinat sollten auch Rekrutierungen durchgeführt werden wobei sich dies sehr in Grenzen hielt.

Unter dem Gesamtkommando von Feldmarschall Graf HERBERVILLE stand das Regiment in dementsprechendem Einsatz gegen die Aufrührer und Aufständigen so dass der Gesamtstand der Berittenen im Herbst auf ca. 300 gefallen war. Am 5. Mai verstarb Kaiser Josef I. und der neue Regent, Kaiser Leopold I. ersah es als seine dringlichste Aufgabe die Heruntergekommenen und sehr Zersplitterten Regimenter, durch ordentliche Versorgung und Ergänzung wieder in ordentlichem Zustand zu bringen um eine Verstärkung Feldmarschall RABUTINS in Siebenbürgen zu gewährleisten und den drohenden Verlust dieses Landstriches zu vereiteln.

Durch vielerlei Kämpfe und Gefechte wurden die gesamten, in Ungarn stationierten Truppen ordentlich in Bewegung gehalten und so kam es zur Begegnung am 11. August bei BIBERGBURG, wo die ca. 30.000 Insurgenten gegen ein nur 16 Bataillone und 40 Eskadronen, also ca. 18.000 Mann starkes kaiserliches Heer kämpften und mit bedeutenden Verlusten geschlagen wurden. Das Regiment rückte dann mit der durch dänische Truppen verstärkten Hauptarmee in das stark bedrängte GROßWARDEIN zu entsetzen. Am 16. September wurde es nach PREßBURG zurückgesandt um die Erblande zu schützen. Daher nahm somit an der Schlacht, am 11. November bei SIBO´, nicht teil, durch diese kam der Aufstand in SIEBENBÜRGEN fast zum erliegen.

 

 

HIER WIR  DER TEXT GERADE ERWEITERT!!!

Durch seine unvorhergesehene Verschiedung am 12. August 1736 in WIEN war das Regiment verweist und wurde mit 12. Jänner 1737 an Feldmarschallleutnant Franz Freiherr MIGLIO von Brunnberg Verliehen.

Bild folgt

welcher im Jahre  April 1745, auf Grund hohen Alters, die Würde und das Regiment abgab.

Am 12. Mai 1745, wurde Generalfeldwachtmeister August Hannibal Freiherr von SCHMERZING, als Obristinhaber bestellt.

Unter Kaiserin „Maria Theresia“ wurden alle Regimenter der Armee, zur leichteren Unterscheidung für sie, mit Nummern versehen. Unseres wurde zuerst unter „Cavallerie- Regiment No. 20“ eingereiht wobei die Benennung mit dem Namen des Regimentsinhabers weitergeführt wurde.

SCHMERZIN verstarb am 24 Februar 1761 und bereits am 21 März, erfolgte die Neuverleihung an Feldmarschallleutnant Graf d´ AYASASSA.

Als dieser Mitte Mai 1779 während eines Feldzuges Starb, wurde bereits am 30. Mai, General der Kavallerie Heinrich Freiherr von SCHAKMIN (JACQUEMIN), zum Inhaber bestimmt.

Auf Grund der Tatsache, dass sich Kaiserin Maria Theresia, in den vielen Namen, der einzelnen Regimenter und deren Namenswechsel nicht zurechtfand, wurden diese mit Nummern versehen. Unser Regiment hieß von nun an „Kavallerieregiment No. 20“ wobei der Name des Jeweiligen Inhabers, danach ebenfalls angeführt wurde.

Im Jahr 1789 bekam es dann die Bezeichnung „Cürassier- Regimentern No. 10″.

Im Herbst 1792 starb SCHAKMIN in Wien und erst im Sommer 1793 bekam das Regiment wiederum einen Inhaber, Oberst und Generalquartiermeister, des Prinzen von KOBURG in den Niederlanden, Karl Freiherr MACK von LEIBRICH.

WIDL Peter, Major der Kavallerie

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